Kleine Chronologie in Bildern: Chronik

 

Unter dem Motto "BEWEGT SCHREIBEN - SCHREIBEN BEWEGT" beging die
Schreibwerkstatt im Jahr 2012 ihr 25- jähriges Bestehen.
Aus diesem Anlass fand von Juni bis August 2012 im Klingspor-Museum Offenbach
eine Ausstellung mit Werken unserer Mitglieder statt.
Motto von Gottfried Pott, Schriftbild von Jean Larcher bildeten Thema und Leitmotiv
für die Ausstellung und das Jubiläumsjahr.

(Gottfried Pott ist Gründungsmitglied unserer Vereinigung und kuratierte die Ausstellung)

Schriftbild zur Ausstellung BEWEGT SCHREIBEN - SCHREIBEN BEWEGT
von Jean Larcher
(Jean Larcher ist Mitglied und Gastdozent der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach,
2003 in der Sommerschule, mehrere Wochenendkurse - zwischen 1993 und 2000.)


Type face of the exhibition WE WRITE INSPIRED - WRITING INSPIRES
by Jean Larcher
(J. Larcher is member and guest lecturer of theSchreibwerkstatt Klingspor Offenbach
2003 in the Summer School, several workshops - between 1993 and 2000.)

 


 

W O R T E  U N D  G E D A N K E N  Z U M  J U B I L Ä U M S J A H R

U N D  Z U R  G R O S S E N  A U S S T E L L U N G


Am Anfang stand die Idee Karlgeorg Hoefers, die Freude am Schreiben einem
größeren Kreis Interessierter zu vermitteln, und zwar mit der gleichen Begeisterung,
die er bei seinem Kontakt mit Kalligraphen in den Vereinigten Staaten
selbst erlebte. Nun, nach 25 Jahren Schreibwerkstatt Klingspor und nahezu
ungetrübter Freude am Schreiben, feierten wir mit der Ausstellung im Klingspor
Museum ein Jubiläum, das zur Rückschau Anlass bietet und zeigt, wie sich
seine Idee entwickelt hat.
- An dieser Stelle: Ein herzliches Dankeschön für den großen Zuspruch und
Interesse an der Ausstellung. -

Zwei Begriffe bildeten das Motto unter dem diese Ausstellung stand: Schreiben
und Bewegung – einmal als aktiver Vorgang, als Tätigkeit und dann als passives
Erleben. Schreiben ist vieldeutig. Schriftsteller schreiben Romane, die sie in
ihren Laptop tippen, Frauen schreiben lesbare Einkaufslisten für ihre Männer,
Liebespaare schrieben sich einst Liebesbriefe und heute codierte SMS, kurz
und bündig mit dem Daumen über die Tastatur touchend. Und Kalligraphen,
wenn sie nicht wie Schriftsteller schreiben, was nicht so selten ist, schreiben
auch, aber meist ganz anders als die zuerst Genannten.

Die Ausstellung zeigte das gesamte Spektrum dessen, wie Kalligraphen
schreiben: von sauber geschriebenen, aneinander gereihten Buchstaben –
»so wie gedruckt« – über frei gestaltete Texte bis hin zu expressiven Wort- und
Textbildern, in schwarz-weiß und farbig, auf Papier, Leinwand oder in Form von
Büchern oder dreidimensionalen Objekten. Oft werden zu sehr Fertigkeit und
Geschick eines Schreibers bewundert oder geringe Lesbarkeit eines Werkes
kritisiert, und dabei wird vergessen, dass es vielmehr auf den Ausdruck ankommt,
und der ist eine Folge der aktiv umgesetzten Bewegung beim Schreiben. Dahingestellt
sei, ob hervorgerufen durch tatkräftigen körperlichen Einsatz oder
als Konsequenz innerlicher Bewegung durch die Übertragung eines
dementsprechenden Textinhalts.

Die andere Seite dieses Mottos, die passive, ist die Bewegung, mit der das
Schreiben den Schreiber voranbringt. Anders ausgedrückt: Schreiben erweist
sich als ausgezeichnetes Mittel der Schulung, der Erziehung und der Sensibilisierung
des Auges, d. h. des Sehens im Besonderen. Leonardo da Vinci setzt
Sehen dem Erkennen gleich. Das dadurch geförderte graphische Denken im
Sinne Hans-Joachim Burgerts bestimmt gewissermaßen die Grammatik der
Formsprache. In dieser Hinsicht ist der gestalterische, formschöpfende Umgang
mit den Zeichen, die auch Buchstaben heißen können, eine Tätigkeit, die dazu
beiträgt, unsere graphische Kultur zu bewahren. Und bedenkt man, was unser
Menschsein geprägt hat, kann man sagen, sogar unsere Kultur insgesamt.

Schreiben als Kalligraphie bewegt die Außenwelt, d. h. beeinflusst sie. Das
kann man bei jeder Ausstellung dieses Genres beobachten. Sie bewegt aber
gleichzeitig unsere innere Aktivität, wirkt auf unser seelisches Gleichgewicht und
unsere Energien. Vielleicht lässt sich damit auch die in letzter Zeit zunehmende
Bewegung hin zum Schreiben mit der Hand erklären.
Beharrliches Üben, ohne das beim Schreiben nichts geht, belebt den Organismus
und steigert seinen Widerstand gegen Angriffe von außen und hilft, so
sagt man, gegen das Altern.

Karlgeorg Hoefer behauptete einmal, dass alle Kalligraphen ein hohes Lebensalter
erreichen würden, Ausnahmen wie Villu Toots bestätigten nur diese Regel.
Er, der Gründer, blieb der Schreibwerkstatt Klingspor bis ins hohe Alter hinein
verbunden und gab ihr Impulse.
Vor 12 Jahren starb Karlgeorg Hoefer im 87igsten Lebensjahr, doch seine Idee
lebt weiter. Sein Erbe wird inzwischen von mehr als 200 Mitgliedern bewahrt
und vermehrt.

Benno Aumann
Vorsitzender der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach


P.S.: Im Katalog zur Ausstellung finden sich in den Abbildungen der Werke
der Mitglieder viele der aufgeführten Gedanken in kalligraphischer Vielfalt wieder.

Katalog zur Ausstellung

CD zur Ausstellung

 



W O R D S   A N D  T H O U G H T S  O N  T H E  A N N I V E R S A R Y

A N D  F R O M  T H E  G R E A T  E X H I B I T I O N


It all started with an idea from Karlgeorg Hoefer for conveying the pleasure of
writing to a larger group of interested people with the intention of igniting
the same enthusiasm he experienced himself during contact with calligraphers
in the USA. Now, 25 years later, after so much undiluted joy in writing, the
Schreibwerkstatt Klingspor has celebrated its anniversary with an exhibition in
the Klingspor Museum and has taken the opportunity to look back on the development
of that first idea.

Two themes formed the motto for this exhibition. Namely, writing and movement
– as an active process, an activity and then also as a passive experience.
Writing has many facets. Authors write novels typed into a laptop, women write
shopping lists of careful legibility for their partners and letters once written
between lovers have now turned into coded SMS messages created with a
fleeting touch of a thumb on the keypad.
And, as is often the case, when they are not writing as authors, calligraphers
mostly write quite differently from those scribes mentioned above.

The exhibition displayed the complete range of the calligrapher’s work – from
tidily written rows of letters with a “printed“ look and freely designed texts
through to expressive, often pictorial word formations, in black and white or
colour, on paper, canvas or in the form of books or three-dimensional objects.
Often there is admiration for the very skill and dexterity of a writer or the low
legibility of a work is criticised.
But here, one forgets that it is the expression that matters which is in turn
the result of the movement actively employed during writing. It is undecided
whether this is caused by actual physical application or by internal movement due
to the transfer of an appropriate text content.

The other, passive side of this motto is the movement with which the writing
advances the writer. Put differently, writing proves to be an excellent means of
educating, training and sensitising the eye, i.e. in particular, the vision.
Leonardo da Vinci put vision on a par with recognition. According to Hans-Joachim
Burgert, the graphical thought promoted in this way determines to a certain
extent the grammar of design. In this respect the artistic, creative design with
marks, which we might call letters, is an activity that contributes to the retention
of our graphical culture. And taken in terms of characterising our humanity, we
can say even our whole culture.

As a form of writing, calligraphy moves the external world, i.e. it influences it.
You can see this at any exhibition of this genre. But at the same time it
moves our inner being, acting on our emotional balance and energy. Perhaps
this goes some way to explaining the recent increasing trend of writing by
hand. Constant practice, without which writing would not be possible, invigorates
the human organism and increases its resistance to external effects and
even helps, so they say, against ageing.

Karlgeorg Hoefer once maintained that all calligraphers would live a long time –
exceptions, such as Villu Toots, prove this rule. He, the founder, remained associated
with the Schreibwerkstatt Klingspor well into old age and gave it impetus. It
was 12 years ago that Karlgeorg Hoefer died aged 87, but his idea lives on. His
legacy is now maintained and augmented by more than 200 members.

Benno Aumann
Chairman of the Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach


P.S.: The exhibition catalogue contains illustrations of the members' works which
present many of the above sentiments in a variety of calligraphic forms.

Exhibition catalogue

Exhibition CD

 


 

BILDER VON DER AUSSTELLUNGERÖFFNUNG /
PICTURES FROM THE OPENING CEREMONY

 

 

 

AKTIVITÄTEN WÄHREND DER AUSSTELLUNG


Für Kalligraphie-Interessierte wurden an verschiedenen Tagen Mitmach-Aktionen
angeboten, bei denen Mitglieder der Schreibwerkstatt vorführten, die Besucher
zum Selbstschreiben ermunterten und fachmännisch anleiteten.

Während der Ausstellung unternahm auch Otmar Hoefer eine Besichtigungstour
zum Archiv der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach in OF-Rumpenheim.
Die Gäste bekamen einen kleinen Einblick in die Schätze des Archivs und einige
Hintergrundinformationen zur Schreibwerkstatt und zu den Eltern von Otmar Hoefer
- Maria und Karlgeorg Hoefer -.




Otmar Hoefer im Klingspor Museum: Im Kaminzimmer wurden während der
Ausstellung auch Werke seiner Eltern gezeigt.

 

 


 

N A C H K L A N G


Die Ausstellung zum Jubiläum BEWEGT SCHREIBEN - SCHREIBEN BEWEGT
im Klingspor Museum in Offenbach ist zu Ende.
Der Vorstand der Schreibwerkstatt Klingspor möchte sich an dieser Stelle ganz
herzlich bei den vielen Besuchern bedanken, die zum großen Teil weite Strecken
auf sich nahmen, um die Ausstellung zu besuchen. Ihre überaus positive Resonanz
bestärkt uns, dass mit der Ausstellung zum Jubiläum eine sehr gute Präsentation
unserer Schreibwerkstatt gelungen ist und darüber hinaus, mit den Werken der
Mitglieder, die Vielfalt der Kalligraphie auf hohem und fachlich respektablem Niveau
gezeigt werden konnte.
Ein herzliches Dankeschön auch für die vielen Glückwünsche, die uns aus aller Welt
zum Jubiläum und zur Ausstellung erreichten.

Die Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten, Volker Bouffier, zum
Jubiläum und zur Veranstaltung sowie die Anwesenheit des Oberbürgermeisters
von Offenbach, Horst Schneider, und des Leiters des Kulturbüros, Ludo Kaiser,
bei der Eröffnungsfeier sind/waren eine große Ehre für unsere Institution.
Das gute Gelingen der gesamten Ausstellung ist Kurator Professor Gottfried Pott
und seinem Team in Unterstützung von Dr. Stefan Soltek, dem Leiter des Klingspor
Museums, zu verdanken.

Den Einladungen zur Eröffnungsfeier sind fast alle Gründungsmitglieder,
Weggefährten und Ehrengäste gefolgt. Ihr Erscheinen zollt unser ganzer Respekt
und zeigt den hohen Stellenwert, die Tradition und auch die zukunftsorientierte
Ausrichtung der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach als
"Förderkreis internationaler Kalligraphie".

Zusätzlich zu den Ausstellungsstücken und Schriftbildern der Mitglieder standen die
Werke des Gründers der Schreibwerkstatt Karlgeorg Hoefer und seiner Frau
Maria Hoefer im Mittelpunkt - unter großer Beachtung der Besucher.

(Es hat sich herumgesprochen: Auch nach der Ausstellung gibt es für den Katalog
eine große Nachfrage. Mit den über 100 abgebildeten Exponaten, Begrüßungstexten,
Leitgedanken zum Jubiläum und Inspirationen zur Kalligraphie von heute zeigt der
Bildband ein breites Spektrum von bleibendem Wert.)

 

E C H O


The anniversary exhibition WE WRITE INSPIRED - WRITING INSPIRES
in the Klingspor Museum in Offenbach has now ended.
The committee of the Schreibwerkstatt Klingspor would like to take this opportunity
of warmly thanking the many visitors, most of whom travelled a substantial distance
to visit the exhibition. Their extremely positive feedback confirms that the anniversary
exhibition was a very successful presentation of our Schreibwerkstatt and
furthermore that the members' works were able to show the wide variety of
calligraphy at a high and skilfully respectable level.
Our heartfelt gratitude also for the many good wishes which have reached us
from all over the world for the anniversary and exhibition.

The patronage of Hessen's Minister President, Volker Bouffier, for the
anniversary and the event as well as the presence of the Mayor of Offenbach,
Horst Schneider, and the Manager of the Office of Culture, Ludo Kaiser,
at the opening ceremony bequeathed a great honour on our institution.
The success of the whole exhibition is thanks to Professor Gottfried Pott
and his team in support of Dr. Stefan Soltek, the Manager of the Klingspor Museum.

The invitations for the opening ceremony were accepted by almost all founding
members, companions and guests of honour. Their appearance shows respect and
indicates the importance, tradition and also the forward-looking attitude of
the Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach in promoting international calligraphy.

In addition to the exhibits and the calligraphic works from the members, the
works of the founder of the Schreibwerkstatt, Karlgeorg Hoefer, and his wife,
Maria Hoefer, were the focus of attention and received much acclaim from the visitors.


(Word has got around: The catalogue is still much in demand even after the
exhibition. With over one hundred illustrated exhibits, welcoming texts, themes
for the anniversary and inspiration for the calligraphy of today, the book represents
a wide spectrum with enduring value.)

 

 

 

 

 

 

 




























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